Mittwoch, 26. August 2015

Danke, lieber Raucher!

Dass du deinen 5€-Schein im Automaten vergessen hast!

Ich bin ja kein Raucher, aber als Martin und ich heute morgen die Bahn verpasst haben, sind wir die zwei Stationen zur Umsteigestelle gelaufen und auf dem Weg dorthin fiel mir aus einiger Entfernung etwas Flatterndes an einem Zigarettenautomaten auf. Ich dachte zuerst, es wäre vielleicht ein Zettel, der sich an einer Seite gelöst hätte, aber nein, zu meiner positiven Überraschung war es ein 5€-Schein.
Weit und breit war niemand zu sehen, dem der Schein gehören könnte und so nahm ich ihn mit, als Spende für die Tierschutzkasse :-)
Ich wollte keinen anderen Raucher das Geld überlassen, denn ich unterstütze das nicht noch... ;-)

Also: Danke lieber Raucher, dass du es dir scheinbar anders überlegt hast. Das Geld findet eine andere gute Verwendung :-)

Spendenkassenstand 26.08.2015: 30,00€

Montag, 24. August 2015

Wenn Hilfe nicht erwünscht ist...

Manchmal kommt man als engagierter Tierschützer in Situationen, in denen man die Welt nicht mehr versteht...
Eine dieser Situationen erlebten Martin und ich vor ein paar Wochen quasi direkt vor der eigenen Haustür.

Wir wollten noch im Supermarkt um die Ecke ein paar Sachen einkaufen. Also gingen wir abends gegen 20:15h mit Einkaufskorb bewaffnet aus dem Haus und selbst um diese Uhrzeit war es noch ca. 30°C warm. Schon ein paar Minuten bevor wir los gingen, fiel mir ein permanentes Hundebellen auf.
Ich bestand darauf, dass wir den Weg über den Parkplatz nahmen, da ich schauen wollte, ob das Bellen von einem Hund kommt, der in einem Auto eingeschlossen war, ein leider sehr schlimmer Klassiker, gerade weil es selbst abends noch sehr warm war.

Was wir vorgefunden haben, war glücklicherweise nicht so schlimm wie befürchtet, aber trotzdem nicht aus der Kategorie "verantwortungsvoller Tierhalter".
Ein Hund war angeleint an einem Auto mit offen stehenden Türen und offenen Scheiben. Er zog so sehr an der Leine, dass er sich quasi selbst strangulierte und bellte dabei unaufhörlich.

So fand ich den Hund am Auto

Zunächst dachte ich, dass der Halter wahrscheinlich nur kurz in dem Supermarkt etwas besorgen wollte, in den wir auch gehen wollten. Sicherlich ist es alles andere als ideal, seinen Hund bei der Wärme mit zum Einkaufen zu nehmen, aber vielleicht hatte der Halter keine andere Möglichkeit oder wollte nur ganz kurz etwas besorgen und immerhin waren Fenster und Türen ja offen und das Auto stand im Schatten. Wir beschlossen also, erstmal unsere Besorgungen zu machen und wollten dann nochmal schauen, ob der Hundehalter mittlerweile wieder da war.

Nach ca. 20 Minuten kamen wir wieder zum Parkplatz und der Hund war immer noch an der gleichen Stelle und bellte sich die Seele aus dem Leib. Das Bellen hatte ich sogar im Supermarkt gehört, das arme Tier muss also echt verzweifelt gewesen sein.
Auf dem Parkplatz schaute ich mir das Auto dann nochmal genauer an und Überraschung: im Auto auf der Rückbank lag sogar noch ein Hund.
Der zweite Hund im Auto

Er war sehr misstrauisch und wollte knurren, als ich mich dem Auto näherte, also blieb ich lieber auf Abstand und ließ ihn in Ruhe. Dann kam vom Parkplatz eine Frau auf uns zu, die auch auf den bellenden Hund aufmerksam geworden war und schilderte uns, dass das Auto mit den Hunden dort nun schon seit fast einer halben Stunde stehen würde. Wo war nur der Hundehalter?

Ich wollte den armen bellenden Hund nicht länger leiden sehen und leinte ich ihn vorsichtig ab. So strangulierte er sich nicht weiter und beruhigte sich auch etwas. Aber richtig zur Ruhe kam er nicht, auch nicht, als Martin, der zwischenzeitlich die Einkäufe in die Wohnung brachte, mit Wasser und einem Katzennapf zurück kam. Im Auto beim zweiten Hund war zwar ein Wassernapf, dieser war aber so gut wie leer und schwer erreichbar, da der zweite Hund recht ängstlich reagierte und womöglich zugeschnappt hätte.
Langsam kamen bei mir Sorgen und Bedenken auf.
Vielleicht war dem Hundehalter ja was passiert und die Hunde waren nun allein auf dem Parkplatz, ohne, dass das jemand wusste?
So lange lässt man die Tiere doch auf einem Supermarktparkplatz nicht alleine, oder?
Die hilfsbereite Frau, die mit uns bei den Hunden wartete, versuchte, im Supermarkt einen Ausruf lassen zu machen, aber dies war laut Supermarktpersonal leider nicht möglich.

Also rief ich bei der Polizeidienststelle an.
Ich schilderte die Situation und fragte, ob man den Tierhalter ermitteln und dadurch kontaktieren könne. Der freundliche Mann am anderen Ende der Leitung schickte jedoch einen Polizeiwagen zu uns.
Dass an einem Freitag Abend die Polizei nicht gerade Däumchen dreht und darauf wartet, einen Einsatz zu bekommen, dürfte wohl bekannt sein und so warteten wir zu dritt mit den zwei Hunden auf die Polizei.
Kurz nach 21h kam jedoch ein älteres Paar mit einem knapp halb gefüllten Einkaufswagen auf den Parkplatz und schauten uns etwas irritiert an. Die Frau rief uns freundlich-verwundert entgegen, dass der Hund doch angeleint gewesen sei, wahrscheinlich dachte sie, dass sich der Hund losgerissen hatte und wir ihn eingefangen hätten.
Wir versuchten, die Situation von unserer Seite aus darzustellen, dass bei dem Wetter die Hunde fast eine Stunde auf dem Parkplatz warten mussten und einer davon durchgängig bellte, sich strangulierte und unter Stress litt.
Leider schlug uns wenig Verständnis entgegen, und nochmal weniger, als wir erwähnten, dass wir die Polizei um Hilfe gebeten hatten.
Pampig entgegnete uns der Herr, dass die Besitzer eines Autos, das auf einem Supermarktparkplatz abgestellt sei, ja zwangsläufig in diesem Supermarkt sich aufhalten müssten. Im Normalfall hätte ich dem auch zugestimmt, aber die Parkplatzsituation ist dort für die Anwohner so angespannt, dass manche Anwohner oder deren Besucher im Notfall auch mal den Supermarktparkplatz nutzen.
Mir war im Nachhinein völlig unverständlich, warum nicht einer der beiden Hundebesitzer mal zwischendurch nach den Tieren geschaut hatte. Oder noch besser wäre es gewesen, wenn einer bei den Hunden gewartet hätte und der andere einkaufen gegangen wäre.

Schlussendlich habe ich wieder bei der Polizei angerufen und dem netten Herren geschildert, dass der Polizeiwagen nicht mehr gebraucht würde, da nun endlich die Besitzer gekommen waren, woraufhin er sich bedankte.

Auch wenn die Hundebesitzer ihren Unmut und Unverständnis recht deutlich gemacht haben, bin ich der Überzeugung, dass es richtig war, nicht wegzuschauen und würde jederzeit wieder so handeln. Denn die Tiere können nichts für ihre Situation, sind auf Hilfe angewiesen und im Fall der Fälle hätte es auch ganz anderes ausgehen können.

Daher bitte ich jeden, der das liest:
schaut nicht weg, sondern seht hin, versichert euch,
dass es den Tieren gut geht und wenn nicht, helft oder holt Hilfe!

Die Tiere werden es euch danken!
(und ich auch :-) )

Dienstag, 18. August 2015

Wieder Schlüsselwächter vermittelt!

Endlich muss ich auch mal hier von den letzten Einnahmen berichten, die durch gehäkelte Schlüsseltierchen entstanden sind:

Eine Mitarbeiterin meiner neuen Firma, die allerdings schon die passive Phase der Altersteilzeit genießen darf, habe ich bei einem Treffen von mehreren Frauen Ende Juli kennen gelernt. Wir waren in einem Restaurant und während wir erzählend auf unser essen warteten, häkelte ich noch nebenbei an einem Meerschweinchen. Tjaja, wozu so eine Häkelsucht doch alles gut ist... Dagmar war gleich begeistert und orderte drei Meerschweinchen, für die sie mir 15€ gab.

Dann war ich vorletzten Mittwoch beim Meeri-Stammtisch, den ich mal vor Jahren von der Assistentin meines Tierarztes empfohlen bekommen hatte. Allerdings hatte ich mit dem Meerschweinchenverein, in dem ich tätig war, immer ausreichend "Meerschweinchen-Gespräche". Seit ein paar Wochen bin ich nur noch passives Mitglied bei SOS Meerschweinchen, und so hab ich über diesen Stammtisch wieder mal Kontakt mit anderen Meeri-Haltern gefunden. Dort bin ich dann auch gleich vier gehäkelte Meeris und eine Katze losgeworden, für die es insgesamt 35€ in die Tierschutzkasse gab :-D
Noch zwei Meeris habe ich bei der Gelegenheit an Sabine, die bei SOS Meerschweinchen Pflegestelle ist und auch beim Stammtisch war, abgegeben, denn jemand hatte die Häkelmeeris auf der Homepage dort gesehen und welche geordert. Die 10€ gingen direkt an SOS Meerschweinchen und tauchen daher nicht als Betrag in meiner Spendenkasse, dafür aber auf dem Spendenstand auf.

Also insgesamt innerhalb eines Monats zehn Häkeltierchen für insgesamt 60€ unters Volk gebracht, das ist doch was!

 Komischerweise wollte immer noch keiner einen gehäkelten Hund haben, zur Not verschenke ich sie dann an liebe Freunde, Verwandte oder Unterstützer...

Die eingenommenen 50€ gingen heute an die Tierrettung Rhein-Neckar, diesen gemeinnützigen Verein hat mir besagte Tierarzthelferin vorgeschlagen und so sollte auch der Erlös des Meeri-Stammtisches und der drei Häkelschweinchen dort hin gehen :-)
Danke an:
Dagmar H., Heike und Rüdiger K., Irmgard K., Ulrike B., Christa R., Cosima J. und Jörg M.!

Spendenkassenstand 18.08.2015 morgens: 75,00€
Spendenkassenstand 18.08.2015 abends: 25,00€

Freitag, 14. August 2015

Visitenkarten für "Tierschutz für alle"

Wie ich schon angekündigt habe, ist im Hintergrund in der letzten Zeit ein bisschen was passiert und nun kann ich endlich verkünden:

"Hurra, sie sind da!" :-D

Lange hat es gedauert, dass ich endlich mal Visitenkarten hab drucken lassen. Das war allerdings dem Umstand geschuldet, dass ich auf die Visitenkarten auch eine Kontonummer für Spenden angeben wollte und die Kontoeröffnung inkl. Zusendung der Kontokarte, PIN-Nummern etc. hat sich etwas in die Länge gezogen.
Nun war endlich alles da und ich habe einen (am Ende nervenaufreibenden) Nachmittag und Abend auf www.wir-machen-druck.de damit verbracht, das Design für die kleinen Kärtchen auszuwählen und zu basteln.
Natürlich sollte ein gewisser Wiedererkennungswert bestehen, also habe ich die Farben zumindest ähnlich wie in diesem Blog gewählt. Die exakt gleichen Farben standen nicht zur Auswahl, da ich die Visitenkarten so günstig wie möglich haben wollte. Jetzt habe ich welche sogar völlig umsonst, nichtmal der Versand wurde mir berechnet, dafür sind die Karten auf der Rückseite mit dem Werbelogo der Druckfirma versehen. Aber das stört mich und sicherlich auch die Visitenkartenempfänger nicht.

Ich bin sehr zufrieden mit den Karten, dabei hatte ich gar nicht erwartet, dass sie so gut werden, denn sie waren ja umsonst. Aber eben weil sie nichts gekostet haben, kam es mir auf einen Versuch an. Falls sie wirklich unleserlich geworden wären, hätte ich eben bei einem anderen Anbieter kostenpflichtig welche drucken lassen...

Und so sehen die Kärtchen aus:

Viele Kärtchen warten nun darauf, verteilt zu werden :-)

Den ersten Stapel hat Simone, die letztes Wochenende wieder mal unsere Tiere während unserer Abwesenheit liebevoll um- und versorgt hat, mitgenommen und wird sie in der "Kombüse", einem vegetarisch-veganen Restaurant (sehr lecker, auch für Fleischesser) in Mannheim auslegen, in dem sie arbeitet. Echt super, denn dort gibt es viele tierliebe und engagierte Menschen, die vielleicht ein bisschen Inspiration aus diesem Blog mitnehmen :-)
Dafür darf Simone natürlich auch einen Verein vorschlagen, an den die nächsten Spenden gehen sollen.

Weitere Karten drücke ich meinen engsten Freunden und meiner Familie zum Verteilen auf und ich selbst werde natürlich auch jede Gelegenheit ergreifen, z.B. wenn ich ein Häkeltierchen gegen eine Spende eintausche, lege ich einfach noch eine Karte dazu.

Ich weiß nicht warum, aber ein paar Tage nach der ersten Lieferung von 200 Stück kam nochmal ein Päckchen mit nochmal 200 Visitenkarten an! Dabei hatte ich "nur" 200 Stück bestellt... Also muss ich jetzt zusehen, wo ich die Kärtchen alles platzieren kann.
Zum Schluss möchte ich mich an dieser Stelle noch bei meinem allerliebsten Schatz Martin bedanken, der geduldig meine Ungeduld an dem Abend ertragen hat (weil ich so akribisch und pedantisch am Design gebastelt hab) und sich Spätabends nochmal aus dem Bett gequält hat, um mir zu bestätigen, dass das finale Design gut ist und in Auftrag gegeben werden kann... ;-*

Mittwoch, 12. August 2015

Automatenfütterung Teil 2

Vor einiger Zeit hatte ich erwähnt, dass mir eine meiner neuen Arbeitskolleginnen zwei Tüten voll Kleingeld mitgebracht hat. Und da ich nun alles hatte, was ich zum Einzahlen am Bankautomaten brauchte (Bankkonto und Karte), ging ich vorgestern motiviert zum besagten Automaten und fütterte ihn häppchenweise mit den vielen Münzen.
Leider hieß es dieses Mal auch wieder Geld reinschmeißen, Taste drücken, warten, Geld wieder aus dem Ausgabefach klauben, Taste drücken und wieder von vorn.
Nach mindestens 10 Runden und 20 Minuten "warten - bücken - warten" war es dann vollbracht: Der Automat verwandelte insgesamt 966 Münzen in einen Papierzettel, auf dem 24,34€ steht.

Der ersehnte Schein ;-)

Ein Euro stammt übrigens noch von mir, den ich mit ins Eingabefach geschmissen habe, weil ich mich an eine Situation beim Einkaufen erinnerte. Ich stand an der Kasse und die Verkäuferin fragte, ob ich einen Cent hätte, da sie sonst 99Cent hätte rausgeben müssen. Da mein Kleingeldfach notorisch leer ist, weil ja alle kupferfarbenen Münzen in der roten Telefonzelle landen, konnte ich also keinen Cent anbieten. Eine Frau hinter mir meldete sich dann aber, dass sie einen Cent hätte und gab ihn der Verkäuferin. Ich war positiv überrascht und meinte beim Bedanken, dass das ja nicht nötig gewesen wäre, aber die Frau war wohl gerne hilfsbereit.
Dies nahm ich zum Anlass, den Euro dazu zu geben nach dem Motto, dass Gutes 100fach Gutes bewirken kann.

Und wieder mal ist ein krummer Betrag zustande gekommen, was ich ja gar nicht gern mag, daher runde ich auch hier wieder mal auf... ;-)

Danke an Martina M. und ihre Mutter!

Spendenkassenstand 10.08.2015: 25,00€

Montag, 10. August 2015

"Tierschutz für alle" hat jetzt ein eigenes Konto!

Huch, schon wieder ist über eine Woche vergangen und hier auf dem Blog ist nichts passiert...

Aber dafür viel im Hintergrund!
Es hat etwas gedauert, aber nun ist es soweit:

Dieser Blog, oder eher gesagt, diese Tierschutzaktion hat ein eigenes Konto! :-D

Somit kann ich ab jetzt noch besser die Übersicht über eingegangene und ausbezahlte Spenden behalten :-)
Allerdings hatte ich dank Excel-Tabelle auch vorher schon alles im Blick, ich bin ein kleiner Excel-Freak, der gerne alles schön ordentlich in tabellarischer Form fest hält... Außerdem versuche ich auch immer alles nachvollziehbar auf dem Blog fest zu halten, damit sich nachher auch jeder Spender wieder findet :-)

Trotzdem fand ich es besser, mein eigenes Konto und das Tierschutzkonto zu trennen und in einer Aktion gab es für Kunden, die andere Kunden werben, insgesamt 100€ (Update: es sind "nur" 50€) Prämie. Diese landen natürlich direkt auch dem Tierschutzkonto und gehen dann an einen Tierschutzverein.

Und hier ist die Bankverbindung für das Tierschutz-für-alle-Konto:

Karin Jürissen
IBAN: DE50 2004 1111 0759 3684 00
BIC: COBADEHDXXX
Comdirect bank AG

Falls also jemand mal ein paar Euros zu viel auf seinem Konto hat und nicht weiß, wohin damit, darf er sie gerne zu diesem Konto hier umverteilen, ich werde es sinnvoll für den Tierschutz einsetzen :-)

Danke an Martin (mein Werber) und comdirect ;-)

Freitag, 31. Juli 2015

Tiere in Ägypten

Hui, wie die Zeit vergeht!
Schon wieder ist es einen Monat her, dass ich Kater Bailey auf seinem Weg in sein neues Zuhause begleitet habe und nun möchte ich doch noch ein bisschen von meinem Aufenthalt in Ägypten berichten...

Der Grund, warum ich in Ägypten war, war eine Geschäftsreise, ich durfte eine Baustelle meiner Firma besuchen, und holte Infos ein, die als Input für eins meiner Projekte dienten.
Aber ich als "Tierschutzfreak" habe nebenbei immer noch einen Blick übrig um die Situation für die Tiere Vorort ein bisschen genauer zu betrachten und so hab ich auch ein paar Fotos und Erfahrungen sammeln können.

Erst einmal habe ich fest gestellt, dass Ägypten eine ganz andere Welt ist als Deutschland. Wir leben wirklich in einer sehr guten Komfortzone und das wurde mir erst richtig bewusst, als ich Abends alleine aus dem Flughafengebäude musste, um meinen Fahrer zu finden. Denn davor wartete eine ganze Menschentraube, die einem mehr oder weniger aufdringlich ihre Fahrdienste anbieten wollten. Ein einfaches "Nein" reicht da nicht aus, vor allem von mir als Frau, und das zehrte schon etwas an meinen angespannten Nerven.

Das ist aber nur einer von vielen Situationen, in denen ich merkte, dass es in Ägypten ganz anders ist. Zum Beispiel habe ich außer an der Hotelrezeption und im Hotelrestaurant keine Frau gesehen, die arbeitete, weder im Supermarkt, noch im Straßenverkehr und ganz bestimmt nicht auf der Baustelle (das ist ja auch in Deutschland eher selten). Einer der ägyptischen Kollegen verriet mir, dass es Frauen streng nach der Scharia (das religiöse Gesetz des Islam) nicht erlaubt sei, zu arbeiten. Sie sollen sich um Kinder und Haushalt kümmern.

Also wohl ein sehr traditionelles Land, denn in meiner Umgebung schien sich jeder (Muslim) streng an den Islam zu halten. Und ich kam mir vor wie ein seltenes Unicum, ein Phänomen, und hatte den Eindruck, dass viele der Arbeiter auf der Baustelle nicht wussten, wie sie mit mir umgehen sollten. Also wurde ich größtenteils ignoriert.

Ich "kannte" Ägypten bisher nur von einer hübschen und sauberen 5-Sterne-All-Inclusive-Hotelanlage, in der ich vor zwei Jahren eine Woche entspannte, und dieses Mal lernte ich das Land also von einer anderen Seite kennen.
Abseits der gepflegten Hotelanlagen konnte ich die Realität erahnen, die mir an einem Arbeitstag jeweils auf der Hin- und Rückfahrt zur/von der Baustelle entgegenschlug: Müll und Bruchbuden

Das klingt vielleicht ein bisschen hart, aber es ist wirklich sehr schmutzig dort und die Menschen wohnen teilweise in (zumindest äußerlich) nicht sehr ansprechenden Bauten...

Der Müll ist allgegenwärtig - hier eine Auffahrt zu einer stark befahrenen Straße

...aber eigentlich nicht verwunderlich, wenn alles so transportiert wird.

Wohnungen an einer stark befahrenen Straße.
Wer fertig baut, muss steuern zahlen...

Ein anderes Bild dann wiederum im Hotel. Begrünte Anlagen, ein großer, sauberer Pool und alles sehr luxuriös ausgestattet. An der Einfahrt zum Hotel kommt man nicht vorbei, ohne dass der Spürhund der Wachen das Auto ringsum abgeschnüffelt hat. Ob der Hund wirklich auf Sprengstoff o.Ä. ausgebildet wurde, weiß man nicht, viele der "Sicherheitsvorkehrungen" dienen auch einfach nur dem Schein. Aber Hauptsache, man fühlt sich sicher und ich muss gestehen, ob Schein oder nicht, ich konnte Nachts ruhig schlafen ;-)
Der Wachhund des Hotels schnüffelt alle Autos ab...

In der Hotelanlage habe ich zwei recht junge Katzen gesehen, die zwar eher scheu waren, aber scheinbar vom Personal dort glücklicherweise geduldet zu sein schienen.
  
Wenn man nicht zu nahe kommt, darf man auch ein Foto machen ;-)

Auf dem Baustellengelände hat meine Firma ein umzäuntes Areal, auf dem Containerbüros stehen. Das Containerlager selbst ist für dortige Verhältnisse sehr gepflegt und sogar begrünt, was aufwändig ist, denn ohne Bewässerung würde alles wieder eingehen, da es nur sehr selten regnet.

Im Containerlager selbst wird auf Sauberkeit und Ordnung geachtet...

...sogar mit Grünstreifen eine Abwechslung fürs Auge...

...aber so sieht es außerhalb des Containerlagers aus...

Hier fragt man sich, wozu dort ein Müllcontainer steht...

...wahrscheinlich als Schatztruhe für die Krähen?!

Im Containerlager habe ich wieder eine junge Katze gesehen, die sogar von einem der ägyptischen Kollegen gefüttert wurde (zwar mit Trockenfutter, aber immerhin!). Der Kollege erzählte, dass es mal drei waren, eine Mutter mit zwei Kitten, und nun würde nur noch das eine Kitten kommen. Was mit den anderen passiert ist, werde ich wohl nie erfahren, aber ich habe das Gefühl, dass es dort eh keine älteren Tiere gibt, weil diese schlicht und einfach nicht überleben. Ich gab der Katze mal einen improvisierten Napf voll Wasser, den sie auch dankbar komplett austrank. Kein Wunder, denn dort fließt kein Bach oder ähnliches, es ist alles komplett trocken.

Etwas schüchtern, aber sehr niedlich :-) 

Außer der Katze suchten auch noch Hunde den Schatten der Container auf, auch sie waren eher scheu. Sie waren auch immer nur sporadisch hinter den Containern zu entdecken, während sich die Katze auch nach Vorne traute, wo sie ja auch gefüttert wurde. Auch den Hunden hatte ich Wasser hingestellt, ich hatte aber den Eindruck, dass sie sich nicht dran trauten.

Diese zwei süßen Hunde waren auch sehr schüchtern

Durch die Übernahme der Flugpatenschaft für Bailey konnte ich mir auch ein bisschen Insider-Wissen von Lisa (Baileys Besitzerin) abzapfen und sie hat mir erlaubt, dass ich ihre Infos verwende und es erscheint mir am einfachsten und authentischsten, wenn ich sie zitiere:
"Also ich habe den Umgang der Menschen in Kairo mit den Tieren nicht sehr gut erlebt. Größtenteils hassen die Tiere und vor allem Katzen. Ich hab soooooo viele verwahrloste, abgehungerte Katzen gesehen, die irgendwie versuchen auf der Straße zu überleben. Und das hat mir so weh getan. Die Leute haben sie gekickt wenn sie näher kamen. Und viele davon waren noch sehr klein... Und nein, eingefangen werden sie nicht. Ich hab in Heliopolis gewohnt und da gab es schon sehr viele."

Die Worte von Lisa haben mich sehr nachdenklich und traurig gestimmt, aber glücklicherweise gibt es auch in Kairo Menschen, denen das Schicksal von Tieren nicht gänzlich egal ist und die Tiere einfach ihrem Schicksal überlassen. Am Abreisetag habe ich am Flughafen Mostafa kennen gelernt, der mir Bailey brachte. Er ist der Manager von EMRO, einem Tierheim in der Nähe von Kairo und er erzählte mir, dass er seinen Beruf als Buchhalter aufgegeben hat um im Tierheim zu arbeiten. Das finde ich wirklich bemerkenswert und daher hatte ich der Organisation auch das Flugpaten-Dankeschön-Geschenk in Form von 30€ an das Tierheim gespendet.
Ich darf voraussichtlich im Septembter wieder nach Kairo und versuche dann, auch mal einen Besuch in dem Tierheim einzurichten, meine Flüge melde ich natürlich wieder hier, hier und hier an und bei ein paar entsprechenden Facebook-Gruppen bin ich auch angemeldet, damit ich wieder das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden kann :-)

Zum Abschluss zeige ich noch zwei sehr touristische Bilder, aber "dank" Ramadan und etwas angespannter politischer Lage waren nur wenig Touris tatsächlich dort...
Besuch bei der Sphinx...

...und den Pyramiden.
Ein wahres Weltwunder!